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Musterserien 2003 – 2006

Kombiniert man die obszöne Sprache (Text) und das Blumenmuster (Bild) und ordnet
man den Text in Form von Blumen und Pflanzen an, welche wirbelnd durch den Raum
laufen, so kann man ihre organische Stärke zum Ausdruck bringen, die sowohl
innerhalb der Natur als auch des Menschen ein weiteres Angebot an Interpretationen
bietet, in dem das eigentliche Bild nur die Verzierung ist.

Die Oberfläche des Texts (die obszöne Sprache) und die zugefügten Emotionen sind
das Verborgene und das Fundament des Ganzen. Die Schreie sind präsent im Raum,
aber sie erscheinen und existieren nur in Gedanken nachdem sie realisiert wurden.
Nach verschiedenen Interpretationen würde sich ein traditionelles chinesisches
Muster grundsätzlich ändern und es schiene als ob es zu einem anderen Stil
gehören würde.

Ohne das nötige geschichtliche Hintergrundwissen würde dies wahrscheinlich
niemand merken oder realisieren.

„Die Wahl des Musters aus dem 19. Jahrhundert für meine Musterserien ist
eine Anspielung auf den geschichtlichen Hintergrund Hongkongs.“

 

Rauminstallationen .
Hong Kong Museum of Art Juni 2007 
MoCA  Shanghai               juli  2007

 

 

 




Chinesische Künstler bieten neue Interpretationsmöglichkeiten, dadurch dass
sie dem britischen Design einen Unterton der Chinoiserie gegeben haben.
Es wirkt elegant, beinhaltet aber eigentlich verschiedene Ausdrücke, wie zum
Beispiel, Angst, Eifersucht, Hass, etc. All diese existieren innerhalb des Raumes
um das Individuum herum, welches eventuell unterdrückt oder ignoriert wurde.

Ohne einen genaueren Blick würden dem Betrachter diese Nachrichten, Stimmen
und Schreie, welche nun mal zu jedem einzelnem gehören, entgehen.
Durch das Hinterfragen dieser längst akzeptierten, geglaubten und bevorzugten
Konzepte, Regeln und Normen wird ein Raum für das Nachprüfen der Normalität
dieser Konzepte geschaffen, welche wir anderen und der Gesellschaft lehren.

Diese Befragung hilt uns außerdem dabei, alles aus einer anderen Perspektive
zu betrachten und zu bedenken, die wir bisher möglicherweise verpasst oder
ignoriert haben. 

Der Künstler wird zum Manipulator der Zeichen anstatt zum Produzent von
Kunstprojekten. Der Betrachter eher ein aktiver Leser der Nachrichten als nur
ein passiver Betrachter der Ästhetik oder ein Konsument des Spektakels.

 
„Für mich hat sich Kunst nicht von der Welt emanzipiert, sondern spiegelt sich
eher in ihr, beziehungsweise ist mit ihr verlinkt. Dadurch dass wir so viel in
Frage stellen und über das nachdenken, woran wir gewöhnt sind und was
um uns herum passiert, über die Legitimität bevorstehender Dinge, Konzepte
und Glauben, dadurch dass wir antike Kompositionen zeigen, welche sich stark
von den existierenden unterscheiden und das Klassische und Elegante mit mit
dem Vulgären und weniger Zufriedengebenden, wird der Betrachter eines Bildes
dazu angeregt, Legitimität, Autorität und Authentizität der bestehenden
Perspektiven und Ideen aus einer anderen Sichtweise zu betrachten
und sie zu überdenken.

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