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In seiner künstlerischen Arbeit verwendet Pu Jie sowohl Fragmente des kollektiven
Gedächtnisses als auch seine persönliche Erfahrung, um von der zeitgenössischen
Existenz im Schatten von Chinas jüngster Vergangenheit zu erzählen. Ohne in die
Falle der Nostalgie oder des Gedächtnisverlustes zu geraten, bezieht er sich auf
das Leben in der rasant wachsenden Metropole, deren Bilderwelt ein schillerndes
Konglomerat aus Erotik, politischer Propaganda und alten Mythen ist.
Seine großformatigen Leinwände werden von monochromen Farbflächen in rot,
gelb und blau bestimmt. Anstatt der klassischen Zentralperspektive ordnet eine
großzügige Collage aus Figuren und Texten die Bildkomposition. Diese dient als
Hintergrund für weitere Darstellungen, deren Konturen meistens plakativ gemalt
sind. Mit einer ästhetischen Ausdrucksweise, die eine Mischung aus Pop Art und
Comics ist, verbindet Pu Jie diese unterschiedlichen Bildebenen. In dynamischen
und eindringlichen Szenen bezieht er mit seinen Arbeiten Stellung zu einer großen
Bandbreite von Themen und arbeitet die illusorischen Aspekte der medialisierten
Alltagsrealität einer sich rasant verändernden Gesellschaft heraus.

In dem Versuch, die Lückenhaftigkeit und den ständigen Wandel sowie die daraus
resultierende Zusammenhangslosigkeit des Lebens zu verdeutlichen, verbindet
Pu Jie scheinbar widersprüchliche Erzählungen und Erinnerungen. Indem er sich
auf Shanghais Urbanität konzentriert, spricht der Künstler auch die „Tabula rasa“
Strategie an, in deren Zuge ganze Nachbarschaften zerstört werden, was
wiederum zu ernsten sozialen Problemen führt. „Modernization“ (2001) besteht
aus den verkohlten Ruinen einer von Pu Jie in Brand gesetzten plastischen
Nachbildung des Pudong Tower in Shanghai.

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