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Schuldt (1941-) ist linguistischer Konstruktivist. Er lebt in Hamburg, in New York, und manchmal in Sichuan, China. Mitte der sechziger Jahre schuf er in London “Textkörper”, skulpturale Gebilde, auf denen Wörter sich in wahlweisen Strukturen verästeln und verknüpfen, was damals neuartig war, sich heute aber mühelos als Hypertext avant la lettre verstehen lässt. Seit den Siebzigern führte er diese Ideen in audiophonen Sprachwerken weiter, die durch abstrakte Komposition rauh realistischer Stimmen gekennzeichnet sind; ganz ohne elektronischen Glamour. In den Neunzigern entstehen aus massiven lexikographischen Forschungen mehrere “gefilterte” Sprachen von tiefer historischer Resonanz und agressivem Biß: Oxford Deutsch, Branded Words, Zagreber Tratsch, Thingman, US Crusadian. Sie dienen als Baustoff zu seinen Schriften, Kompositionen und Performances. Als er schließlich eine Kamera in die Finger kriegt, stellt sich bald heraus, daß er in der Photographie dieselben gierigen enzyklopädischen Methoden verwendet, die er ein Leben lang auf anderen Gebieten ausgefeilt hat.

Die Aufnahmen der Ausstellung sind 2003 in Sichuan entstanden.

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